ruin
ruin

Videostills der Installation / Lichtinszenierung
Material: Glas, Metall, Nylonschnur, Magnetband, Instrumententeile, Kunststoff, Schlauch, Drath, Folie, Lichtquellen





concept/installation/light/sound/voice - Ynez de Zilón
text - Karen Barad/Ynez de Zilón
performance - Ludger Rother


BARAD Komplex I

Die queere Performativität der Atome


Performance Installation
gefördert durch NEUSTART KULTUR
#TakeCare Fonds Darstellende Künste und GVL




ruin
ruin
ruin
ruin

Performative Weisen radikaler Infragestellung der Kategorien Identität und Binarität sowie die Konzepte von Diffraktion und Intraaktion stehen im Zentrum meiner Forschung zum Agentiellen Realismus Karen Barads. Barads Ansätze werden mit künstlerischen Mitteln fortgeschrieben und intraaktiv-diffraktive Prozesse in Installation, Kinetik, Licht, Sound, Text und Performance ausgearbeitet.

Die Quantenphysikerin und Philosophin Karen Barad begründete mit dem „Agentiellen Realismus“ eine neue und originäre Denkrichtung, die den aktuell viel diskutierten „Neuen Materialismen“ zuzuordnen ist. Bezugnehmend auf die Forschungen Nils Bohrs, beschreibt sie die Welt ihrem Wesen nach als fortlaufende Prozessualität von „Intraaktionen“, in deren Zentrum nicht der Mensch, sondern das schöpferische Eigenpotential der Materie steht. Sie spricht von einer „relationalen Ontologie“ und plädiert dafür, die aus den „verschiedenen (inter)disziplinären Praktiken hervorgehenden Verstehensweisen“ von Gesellschaftswissenschaften und Naturwissenschaften „miteinander in Konversation“ zu bringen.

Barad geht es um die „Infragestellung von Identität und Binaritäten, einschließlich des Natur/Kultur-Dualismus“, verbunden mit der Feststellung der „Queerness von Kausalität, Materie, Raum und Zeit“. Ihrer Ansicht nach ist Queerness in diesem Kontext „nicht im Bruch von Natur/Kultur per se“ zu verorten, sondern in einem umfassenden „Wesen von Raumzeitmaterialisierung“, das sie u.a. als „begehrende radikale Offenheit, eine kantige proteische, differenzielle Vielheit“ beschreibt. Barads Denken speist sich aus der Beobachtung von Quantenphänomenen und provoziert einen konsequenten Bruch mit den tradierten Leitlinien westlicher Philosophie.

Barad lokalisiert Nicht-Binarität in der Grundbeschaffenheit der Existenz und führt damit eine Lesart naturwissenschaftlicher Phänomene ein, die nicht auf dem Verhandeln polarisierter Positionen basiert, sondern immer eine letztlich ungreifbare, dabei jedoch nicht undifferenzierbare Komplexität einbezieht. Bei der Entwicklung dieser Performance Installation geht es darum, diese Differenzierbarkeit und die darin enthaltene Vielzahl an Qualitäten qua diffraktiver Praxis zu ergründen. Barads Lokalisierung von Aktivität in auch „nicht-lebendiger Materie“ und ihre Beschreibung dynamischer Prinzipien der Hervorbringung von Wirklichkeit eröffnen ein fruchtbares Feld für künstlerische Exploration.

ruin
ruin
ruin
ruin
ruin
ruin
ruin
ruin

Atelieransicht bei Normallicht
Material: Glas, Metall, Nylonschnur, Magnetband, Instrumententeile, Kunststoff, Schlauch, Drath, Folie

ruin

"Wahrscheinlichkeitswelle : Hängen / Liegen" Objekt (Detail)
Material: Schlauch, Nylonschnur