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Amir, Afghanistan

Rubati, Tschetschenien

Reza, Iran

en l'absence



sound / text / photo installation, 2017
Humboldt Universität Berlin, Ernst Schrödinger Zentrum


Präsentiert wurden Photographien verlassener Räume einer Erstaufnahmestelle für Geflüchtete und Audioaufnahmen der Berichte von Menschen mit Fluchterfahrung in ihrer Muttersprache sowie deren Übersetzung ins Deutsche in Schriftform.

Die Photographien wie Tonaufnahmen bleiben in ihrer Zuordnung zunächst vage und undefiniert. In den Sprachaufnahmen begegnet man dem Menschen zwar auf fast intime Weise, bekommt ein Empfinden für die Person, versteht sie jedoch nicht. Nur der Text, der im Kontrast dazu absolute Konkretion ist, fügt nach und nach diejenige Ebene hinzu, die erklärt und damit zugleich die Verbindung auf intellektueller Ebene herstellt. Unter Voraussetzung des uneingeweihten Betrachters fokussiert die Präsentation somit im ersten Moment auf das Moment der Ungewissheit, des Nicht-Wissens, den Augenblick, bevor Erkenntnis eingreift und schlüssige Erklärungen liefert. Sie ruft die Erfahrung von Verunsicherung auf, die im Zustand des Fragens hält und im Idealfall dazu befähigt, eigene Assoziationsräume zu öffnen und individuelle wie persönliche Verknüpfungen und Deutungen zulässt.


Jedes der drei Elemente steht zunächst für sich allein, erscheint in sich komplett und unabhängig, strebt in seine eigene Richtung - als "reine Abbildung" der Wirklichkeit, ohne künstlerischen Gestus. Das assoziative Feld, welches sich durch die Bezüge zwischen den Elementen bildet, weist jedoch weit über die Abbildung hinaus. Genau diese Vielschichtigkeit möglicher Beziehungen zwischen dem einen, dem anderen und dem dritten ist das, worauf die Arbeit abzielt - nicht das, was wir unmittelbar sehen, hören und verstehen, sondern der idealerweise bewusste innere Vorgang von In-Bezug-Setzung und Interpretation.

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