Poetik des Übergangs


    Präsentiert werden Photographien aus einer Erstaufnahmestelle für Geflüchtete, Audioaufnahmen der Geschichten von Menschen mit Fluchterfahrung in ihrer Heimatsprache und deren Übersetzung ins Deutsche in Schriftform. Die Photographien wie die Tonaufnahmen bleiben in ihrer Zuordnung zunächst vage und undefiniert. Der Text, der absolute Konkretion ist, fügt diejenige Ebene hinzu, die erklärt und damit zugleich aufklärt.

    Unter Voraussetzung des uneingeweihten Betrachters fokussiert die Präsentation auf den ersten Augenblick der Ungewissheit, des Nicht-Wissens, den Augenblick, bevor die Erkenntnis Ordnung schafft und schlüssige Erklärungen liefert, die eine Kategorisierung und sichere Verwahrung des Wahrgenommenen ermöglichen. Sie ruft das Moment der Verunsicherung auf, das im Zustand des Fragens hält, das im Idealfall dazu befähigt, eigene Assoziationsräume zu öffnen, und höchst individuelle und dabei persönliche Verknüpfungen und Deutungen befördert.

    Jedes der drei Elemente ist für sich allein komplett und unabhängig. Jedes strebt dabei in eine eigene Richtung. Sie sind reine Abbildung der Wirklichkeit ohne künstlerischen Gestus. Durch die Verhältnisse, die durch ihre In-Bezug-Setzung aufgebaut werden, entsteht das, was über die reine Abbildung hinaus weist. Die Beziehungen, welche sich durch die gemeinsame Präsentation der Elemente herstellen, sind das eigentlich relevante an dieser Arbeit, somit nicht in erster Linie das, was wir sehen, hören und verstehen können.

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